Brigitte Hutt - IT-Beraterin und Autorin

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Affenskulptur im Zoo Hellabrunn/München, mit Haardekor

The orange haired monkey –
Grenzen und Überschreitung

Vor knapp neun Jahren, zu Beginn der Amtszeit des Präsidenten Obama, war die Atmosphäre der (westlichen) Welt von Hoffnung und Aufbruchsstimmung erfüllt, dasselbe galt für einen guten Teil der US-Welt selbst. Die Hoffnung hatte dann auch all die Jahre Zeit, langsam zu versickern, ganz langsam, denn einiges Gute hat die Zeit gebracht, wenn auch sehr viel weniger Wünsche erfüllt, als darauf gesetzt wurden. Aber zunächst war diese Stimmung da, war ein Glanz über der Amtszeit wie selten in der gegenwärtigen globalisierten Welt.

Nun ist Donald Trump gewählt worden und ins Amt getreten, ein Ereignis, das die Atmosphäre der (westlichen) Welt mit Skeptizismus und Misstrauen bis hin zu Entsetzen erfüllt hat, dasselbe gilt für einen guten Teil der US-Welt selbst. Er versucht, seine Welt mit Gesetzen umzukrempeln, mit harter Hand, so wie man (möglicherweise) ein Firmenimperium regiert. Er setzt Grenzen. Er schafft eine Stimmung der Ausgrenzung und damit der Angst. Seine Wähler mögen darauf bauen, dass es ihnen besser geht, wenn unliebsame Mitmenschen ausgegrenzt werden, aber diese Mitmenschen sind nun einmal da, sind auch mitten in den USA, und es sind nicht nur die Ausländer. Er schafft eine Stimmung der Spaltung, nicht der Integration.

Ist das eine Stimmung, in der Menschen, deren psychische Grenzen unsicher und schwankend sind, deren Gewaltbereitschaft nahe der Oberfläche schlummert, deren Verzweiflung sich gern in Gewalt Luft machen würde, in der solche Mitmenschen nur einen winzigen Anlass brauchen, um mit Gewalt der erschütterndsten Art quasi zu explodieren? Amokläufe in Las Vegas, New York City, Sutherland Springs.

Menschen zu töten ist mit nichts zu entschuldigen, vor allem, wenn es völlig fremde Menschen sind, die mit der Not oder Wut des Täters nicht das Geringste zu tun haben. Aber es kann nicht darum gehen, jetzt "zusammenzustehen", wenn das Zusammenstehen ebenfalls ein "gegen die anderen, unliebsamen" bedeutet. Das macht die Ausgegrenztheit und damit das Gefährdungspotenzial der Ausgegrenzten nur schlimmer. Es sollte darum gehen, auf die Ausgegrenzten zuzugehen, ihnen zu zeigen, dass auch sie dazugehören, dass man auch mit ihnen zusammensteht – wobei mir sehr klar ist, ein wie schwieriges Unterfangen das ist. Aber gibt es eine Alternative, außer Gewalt mit Gewalt zu beantworten, und ist das eine Alternative?

© Brigitte Hutt 6.11.2017

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