Brigitte Hutt - IT-Beraterin und Autorin

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Geschirr ohne Ende

APP - Man gönnt sich ja sonst nichts ...

Good morning, friends out there, guten Morgen, Freundinnen und Freunde da draußen, an den Computern, DAB-Tunern und Smartwatches! Ihr hört wieder Radio Newhorizons, den innovativen Sender, wie immer um diese Zeit mit dem Horizon's Star of the Day. Heute sprechen wir mit Benny Kuhl, dem genialen IT-Freak und App-Designer. Ihr kennt sie alle, die CoolCleanApp, ihr nutzt sie alle. Ben, erzähl unseren Hörern doch mal, wie du auf diese geniale Idee kamst.

Nun, eigentlich war meine Mutter schuld.

Nanu, wieso das denn?

Es fing alles an, als ich 17 wurde. Ich wohnte noch daheim, war nächtelang am gamen oder coden, und dann ja noch die Schule tagsüber. War irgendwie hinzukriegen, aber meine Mom war der Ansicht, dass ich auch im Haushalt mit zupacken müsste. My god, woher noch die Zeit nehmen! Müll runterbringen, meinetwegen, ging auf dem Schulweg. Aber Spülmaschine einräumen, igitt, das ganze schmierige Zeug. Teller links, Töpfe rechts, aber dann reicht der Platz hinten nicht, also noch mal von vorn. You know what I mean. Da hatte ich weiß Gott Besseres zu tun.

Coden.

Exakt. Also fing ich an darüber zu hirnen, wie ich diesen Haushaltskram computergestützt erledigen könnte.

Aber es gab ja da schon diese ultimativen mitdenkenden Haushaltsgeräte, diese Smartcooler und Smartboiler

Ja, klar. Einkaufen und Kochen hatte Mom damit im Griff. Und war ja auch alles zu liefern. None of my business. Aber eben dieser Spülmist, der hatte es in sich. Klar, dass Mom gerade das auf mich abschob, da hatte sie natürlich auch keinen Bock drauf.

Also hast du dir da was überlegt?

So ist es. Der erste Entwurf sah vor, dass man mit dem Smartphone den Innenraum der Spülmaschine abscannt und den Geschirrberg dazu, und das dann matcht. Besser gesagt, habe ich nach den ersten Fehlversuchen nicht mehr die Maschine selbst gescannt, sondern die Pläne der Geschirrkörbe. Standen ja in der Bedienungsanleitung, und Mom wirft nichts weg. Nach drei Monaten lief das perfekt. Mom war begeistert. Ihr Phone sagte ihr exakt, welchen Teller sie wohin zu stellen hatte - und das Beste: Sie hatte wieder Mordsspaß daran, es selbst zu machen.

Und du hattest auch Mordsspaß, nämlich

... wieder Zeit zu haben. Und: das Ding zur Marktreife zu bringen. Hat mich eine Weile gekostet, herumsurfen, Leute auftun, Leuten den Mund wässerig machen. Ich hab dann die Innenraumpläne von allen Spülmaschinen meiner Freunde gescannt, die App weiterentwickelt und den Herstellern angeboten. Der Dings, na, der Hersteller in Nürnberg, der hat als erstes begriffen, dass sich das lohnen wird. Er hat mir alle seine Baupläne zukommen lassen, und binnen kurzem musste man nur noch den Gerätenamen scannen, und schon hatte man einen Füllplan. Hab ich dann verkauft, erst mal an alle, die so eine Maschine hatten. Dann kamen die Anbieter. So schnell hab ich gar nicht coden können, wie die Marktführer da aufgesprungen sind. Inzwischen erhalte ich die Gerätenummern von den Herstellern schon, bevor ein neuer Spüler marktreif ist.

Und du verkaufst die App?

Nur noch an die Hersteller. Gegen Umsatzbeteiligung, you know? Deren Kunden kriegen die App inklusive, also mit der Steuerungsapp des Spülers. Ist eingepreist.

Leute, das nenne ich eine Story. Und was hast du als nächstes vor?

Na ja, da sind ja auch Waschmaschinen und Trockner. Da will ja auch keiner ran.

Na, dann good luck, Ben! Und euch da draußen: Habt einen erfolgreichen Tag, natürlich mit Newhorizons, dem innovativen Sender!


© Brigitte Hutt 2021

(Tipp: Maus aufs Bild!)

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